Schüler sucht Hilfe. Templer für Kunstprojekt gesucht

Allgemeines über die lebendige Geschichte.

Moderator: Hagelhans

Beitragvon cantarella am Mo 02 Feb, 2009 16:02

Fuselgedöns hat geschrieben:War das bei den Kreuzzügen noch anders (schließlich waren es ja für die Europäer relativ weit entfernte "Auslandseinsätze", kamen da also nur die besten der besten mit? ) oder ist das überhaupt totaler Unfug und Kriegsführung sah im Mittelalter noch einmal ganz anders aus?


Was man nicht vergessen darf ist, dass die Kreuzzüge in erster Linie Pilgerfahrten waren (vor allem die ersten), die von bewaffneten Rittern und Soldaten begleitet wurden. Die Ritter und Soldaten waren ursprünglich zum Schutz der unbewaffneten Pilger - darunter waren auch Frauen und Kinder - gedacht. Das geht gerne vergessen, weil man heute beim Wort "Kreuzzug" sofort an "militärische Angelegenheit" denkt.

edit: Oh, Timotheus war schneller. ;-)
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Beitragvon Timotheus am Mo 02 Feb, 2009 16:05

Das ist richtig, danke Cantarella

Die Bezeichnung "Kreuzzug" war seinerzeit auch noch gar nicht geläufig und kam erst im 18/19. Jhd auf. Man sprach in der Tat von einer "bewaffneten Pilgerfahrt".

Liebe Grüsse

T.
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Beitragvon Fuselgedöns am Mo 02 Feb, 2009 16:07

@Timotheus:
Nunja, Kreuzritter sind nun einmal ein Symbol für Kriege mit religiösem Hintergrund (auch wenn afaik schon damals wirtschaftliche Interessen mit dabei waren), ein Problem, dass wir auch heute noch haben (auch wenn Religion, Wirtschaft und Politik wie gesagt schon miteinander verschmolzen sind)


P.S. Mensch, setze ich viele Klammern...


@Desmond:
Nun gut, der Artikel sagt aber, dass das ganze erst Mitte des 15. Jhds der Fall war. Was war denn in denn 600-700 Jahren zuvor Sache? Der erste Kreuzzug war ja schließlich schon am Anfang des 11. Jhds, also gute 400 Jahre vorher.


An sonsten gilt: Danke für die vielen Informationen, man lernt ja schließlich nie aus und ich bin immer gerne dazu bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen. Dennoch würde ich gerne jemanden finden, der für mich im Namen der Kunst Modell steht :D
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Beitragvon Timotheus am Mo 02 Feb, 2009 16:15

Hallo nochmal,

Und das ist genau der Punkt...

Grausamkeiten die im Namen Gottes verübt wurden sollen weder bestritten noch bagatellisiert werden, es kommt nur darauf an ob man so etwas mit der Optik des CNN-aufgeklärten Zeitgenossen des 21 Jhds be/verurteilt oder ob man es (wie ein Reenacator es versuchen sollte) mit den Augen der Menschen betrachtet, für die das Fegefeuer noch eine unbestreitbare Tatsache war.

Das soll jetzt kein Schulmeistern sein aber nach unzähligen Debatten auf jeder Art von MA-Veranstaltung über das Thema "politically corectness" wird man da ein bisschen empfindlich.

Gruss,

T.
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Beitragvon cantarella am Mo 02 Feb, 2009 16:18

Fuselgedöns hat geschrieben:Was war denn in denn 600-700 Jahren zuvor Sache? Der erste Kreuzzug war ja schließlich schon am Anfang des 11. Jhds, also gute 400 Jahre vorher.


Wenn Du Dich für dieses Thema interessierst, schau mal hier unter den Literaturverweisen, da findest Du Bücher, die Dir diese Frage beantworten können (kriegst Du evtl. auch leihweise in einer Bibliothek, wenn Du's nicht kaufen magst): http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug
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Beitragvon Fuselgedöns am Mo 02 Feb, 2009 16:32

@Timotheus:
Ich bezweifle ja gar nicht, dass die Menschen damals das ganze noch für richtig und in Ordnung hielten. Man kann aber nun einmal über jeden Krieg sagen, dass sich jede der Seiten im Recht sah, denn sonst würde man ja wohl kaum in den Krieg ziehen. Ich möchte hier auf keinen Fall behaupten, dass die Kreuzritter alle abgrundtief böse und Bestien in Menschengestalt waren, wenn man es aus heutiger Sicht betrachtet waren ihre Taten jedoch verwerflich. Aber das ist auch kein Wunder, hinterher lässt sich nun einmal immer leicht sagen, dass etwas falsch war, und so betrachtet ist eigentlich die ganze Menschliche Geschichte eine aneinanderreihung von Ereignissen, wo man im Nachhinein gesagt hat: "Das hätte man anders bzw. sogar besser lösen sollen/können/müssen." Darum geht es ja größtenteils auch bei der Geschichte, man soll aus der Vergangenheit lernen und damit die Gegenwart verbessern, damit die Menschheit in Zukunft vernünftig miteinander leben kann :D
In der Hinsicht muss man vielleicht sogar Reenactment und Geschichtliche betrachtung etwas trennen, da es bei ersterem ja um eine Zurschaustellung von damaligen Verhältnissen, und bei letzterem um die analyse und beurteilung verschiedener Ereignisse geht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man da zwischen der eigenen "Rolle" und einem neutralen Betrachter von Außen hin und her springt.
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Beitragvon Seegras am Di 03 Feb, 2009 09:43

Desmond hat geschrieben:Als sanfter Einstieg empfehle ich mal diese Seite: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewalthaufen


Das kommt später. Wir hattens vom Hoch- und nicht vom Spätmittelalter.

"Pike" ist im deutschen übrigens sowieso ein Begriff aus dem 16 oder 17Jh. Das hiess im Spätmittelalter Spiess oder Langspiess.

Im Hochmittelalter reden wir eher von Speer, so einem 2.50m-3m Ding, welches in Verbindung mit Schildträgern verwendet wurde.
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Beitragvon Desmond am Di 03 Feb, 2009 10:25

Seegras hat geschrieben:Das kommt später. Wir hattens vom Hoch- und nicht vom Spätmittelalter.

Ich vergesse immer wieder das Sempach auch schon SpäMi war... (Bin schlecht im Jahrzahlen merken.)

Seegras hat geschrieben:Im Hochmittelalter reden wir eher von Speer, so einem 2.50m-3m Ding, welches in Verbindung mit Schildträgern verwendet wurde.

Immer noch weit von einem "kleinen Haushaltsmesser" entfernt. ;-)
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Beitragvon Seegras am Di 03 Feb, 2009 10:44

Desmond hat geschrieben:Immer noch weit von einem "kleinen Haushaltsmesser" entfernt. ;-)


Peter hat da ein paar solche Haushaltsmesser (allerdings spätere) produziert: http://lebendigegeschichte.phpbb.ch/sut ... html#26684
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Beitragvon Devils am Do 02 Apr, 2009 10:32

ist das thema noch aktuell? falls ja kann ich dir evtl n ach dem wochenende fotos von recht authentischen rittern des deutschen ordens mitbringen bzw schicken..
inklusive aufzeigen der nch vorhandenen fehler in der gewandung
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