Uniformen und Ausrüstungen altern

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Uniformen und Ausrüstungen altern

Beitragvon Napoleon am Di 01 Nov, 2005 18:50

Da der Markt immer mehr durch Reproware überschwemmt wird, gibt es auch immer mehr Hamburgersoldaten oder auch Rookies, die aussehen als kommen sie gerade aus der Grundausbildung in der Kaserne.

So gewitzt wie es ein paar wenige gibt, wird sofort nach erhalt des Materiales alles daran gesetzt die Uniform und Ausrüstung in einen gebrauchten Zustand zu versetzten. Mit verschiedenen Erfolgen.

In den Epochen wo es ohne Repro gar nicht geht ist das zum Teil schon lange gang und gäbe. Was natürlich auch geht ist das Zeugs einfach durch den normalen Gebrauch der Anlässe altern zu lassen.

Bei dem einen oder anderen der halt nur im Löchlein hockt oder der faulenzen in Uniform als das grösste empfindet, ja bei denen könnte es allerdings auch etwas länger dauern.

Ich kenne ein paar Leute auch aus der Schweiz die schon richtige Experten geworden sind, was das altern von dem ganzen Material angeht.

Bild
Zum vergleich. Links, das ist eine originaler DenisonSmock der britishen Streitkräft, rechts ist einer der von Harlan Glen (King and Country) vorbereitetet Smocks für Band of Brothers. Bis ins Detail wurde dieser bearbeitet. Einfach Spitze.

Was ich nicht weiss ist wie es in der MA und römischen Szene aussieht?
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Beitragvon Hagelhans am Di 01 Nov, 2005 20:02

Ich personlich bevorzuge den natürlichen Alterungsprozess. Schweiss, Fett, Russ, Staaub und Matsch sind im Mittelalter nicht zu umgehen und schon nach 48 Stunden dauertragen im Feldlager sieht alles schon recht gebraucht aus.
Ein Rauchgeruch Deo habe ich bis jetzt noch niecht gefunden. darum bleibe ich bei der alten Technick mit der durchzechten Nacht am Lagerfeuer. Schon nach wenigen Stunden ist da der unverkenbare Geruch von "Mittelalter" in den Kleidern drinn. Wen man danach auch noch mit den entsprechend zittrigen Händen das Frühstück zu sich immt, ist das Verschütten von irgend etwas schon vorprogramiert. Dass giebt dan unverkenbar autentischen Flecken.
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Alt

Beitragvon Napoleon am Di 01 Nov, 2005 21:13

Ja das kenne ich.
Ein guter Freund aus dem Civil War meint immer, seine Hose sei selbstreinigend, vor vier Jahren ist ihm ein rohes Ei darauf gefallen, man sieht den Fleck fast nicht mehr.

Im MA denke ich geht es sicherlich alleine wegen dem Stoff schon schneller. Wolle nimmt jeden Schmutz soft auf, Baumwolle nicht so. Übrigens gehört ein gewisser Duft je nach dem dazu. Das schlimmste sind an solchen Anlässen dann die Duschschlampen die verpesten die ganze Luft.
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Beitragvon Major Kusanagi am Mi 02 Nov, 2005 05:44

Da es etwas schwierig ist als im heutigen Leben verhafteter Re-enactor mit beruflichen und familiären Pflichten monatelang im Feld zu verbringen um die Klamotten entsprechend abzunutzen, sind gewisse Kniffe meiner Ansicht nach durchaus legitim. Es wirkt einfach unglaubwürdig wenn man eine kampferprobte Einheit darstellt und aussieht als wäre man direkt vom Silbertablett einer Konditorei gehupft (vulgo: "Pralinésoldaten").

Natürlich durchliefen Truppenteile auch stets irgendwann eine Phase der Auffrischung, Reinigung und Neueinkleidung, nach der sie kurzweilig mit gepflegter Uniform daherkamen. Dabei blieb aber die Ausrüstung und Bewaffnung mit den erlittenen Nutzspuren erhalten. Man bedenke allerdings dass etwa die Waffe eines guten Soldaten wohl gebraucht aussehen durfte, dass sie aber stets tadellos einsatzbereit gepflegt sein musste. Kein Re-enactor darf sich den widrigen Umständen im Felde rausreden wenn Lauf und Verschluss dauerhaft vor Dreck starren.

Ich habe im Re-enactment des Amerikanischen Sezessionskriegs schon Leute getroffen die gar keine Freunde der Alterung waren. So lagen sie in den Schützenlöchern der Wilderness mit Bügelfalten in den Hosen (Buhh, Anachronismus!) und polierter Garnitur auf dem blauen Bummers-Cap. Dabei gibt es schon aus damaligen Zeiten Fotos die man studieren könnte, um die Theorie von stets blitzeblanken Elitesoldaten zu widerlegen.

Jeder der Militärdienst geleistet hat weiss dass seine Ausrüstung sogar in einer Rekrutenschule durch den Gebrauch Nutzungsspuren davonträgt. Aber es gibt wirklich Re-enactoren die psychische Qualen erleiden wenn ihre teure Uniform einen Fleck und ihre high-quality Ausrüstung eine Delle oder Metallverfärbung abkriegt. Die bürsten ihre Uniform nicht aus sondern tragen das gute Stück in die chemische Reinigung.
Major Kusanagi



Beitragvon Major Kusanagi am Mi 02 Nov, 2005 16:14

Bei What price glory habe ich ein Rezept zum Altern des Denison smock aufgeschnappt. Grossmama Glory badet den Smock einen Tag lang in Tee (kein Aroma angegeben, aber der Major empfiehlt für eine britisches Uniformstück ganz klar Earl Grey) wozu 20 Teesäckchen nötig sind. Dann folgt eine Maschinenwäsche mit Waschmittel wahrscheinlich braucht es nicht Color-Waschmittel zu sein, welches die Farben erhält). Dann setze man das gute Stück eine Woche lang der prallen Sonne aus (funktioniert eher schlecht im Winter) und wende es täglich. Metallische Bestandteile reibe man ein wenig mit Stahlwolle.
Major Kusanagi



Altern

Beitragvon Napoleon am Mi 02 Nov, 2005 16:44

Nicht vergessen, um den braunen Farbton zu erhalten sollte man unbedingt noch 1 Kg Salz beifügen, das verbindet die braune Sauce dann auch mit dem Stoff.
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Kennt jemand von euch den RAL Farb Ton

Beitragvon *DUKW* am Fr 04 Nov, 2005 09:32

Kennt jemand von euch den RAL Farb Ton der dem Britischen Grün für die helme am nächsten kommt Danke
Zuletzt geändert von *DUKW* am Fr 04 Nov, 2005 20:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Pvt. Teapot am Fr 04 Nov, 2005 19:19

Die Tipps von Grossmama Glory sind gut und bei mir hat es mit dem Altern des Smocks auch bestens Funktioniert. Bloss das mit den Waschgängen, da stimme ich nicht ganz mit ihr überein… Mein Smock hat 11 Waschgänge durchlaufen und war dabei kein bisschen gealtert. Im Gegenteil, er glänzte irgendwie danach. Aber nach 6 Wochen Sonnenschein und alle arten der Witterung war ihm gar nicht mehr nach glänzen zumute…
Anschliessend noch einwenig mit der Stahlbürste und Schleifpapier den Stoff an exponierten Stellen aufgeraut und das eine oder andere Loch rein gerissen. Ich bin sogar noch einwenig weiter gegangen und habe am 1. August eine ganze Stange Knallfrösche (!) auf dem Smock zum explodieren gebracht. Als Feinschliff habe ich mit Pastellmalkreide noch ein paar Farbnuancen eingearbeitet. Das Resultat lässt sich sehen…
\:D/
Pvt. Teapot



Farbton

Beitragvon Napoleon am Fr 04 Nov, 2005 20:35

@ DCLI

Das kann man nicht genau sagen, da je nach Produktion die Farbe doch sehr verschieden waren.
Es ist eher Khaki als grün.
Schau ob du einen Original ausleihen kannst damit du die Farbe nachmischen lassen kannst. Fotos gehen auch aber achtung, Farben auf Fotos täuschen doch sehr.
Oder suchst du das Grün der Parahelm, nicht das des Brodyhelmes.
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Re: Farbton

Beitragvon *DUKW* am Fr 04 Nov, 2005 21:16

Napoleon hat geschrieben:@ DCLI

Das kann man nicht genau sagen, da je nach Produktion die Farbe doch sehr verschieden waren.
Es ist eher Khaki als grün.
Schau ob du einen Original ausleihen kannst damit du die Farbe nachmischen lassen kannst. Fotos gehen auch aber achtung, Farben auf Fotos täuschen doch sehr.
Oder suchst du das Grün der Parahelm, nicht das des Brodyhelmes.


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