Caietanus Super anima, Venedig 1514

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Beitragvon Desmond am Fr 06 Feb, 2009 21:53

Ich weiss zwar nix über das Buch... aber deine Beschreibung reicht mir glaub schon um die 150.- Franken zu überbieten... (das ist jetzt kein fixes Angebot, sondern mal so eine persönliche, subjektive Werteinschätzung).

In welcher Sprache ist es verfasst? Italienisch nehme ich mal an?
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Beitragvon troupier suisse am Fr 06 Feb, 2009 22:04

Na dann werd' ich das Stück mal nicht dem zweifelhaften Herrn mit dem Faible für "gammelige Bücher" mitgeben. Das Werk ist in Latein gedruckt. Hier eine Leseprobe aus dem Titel im Schmutzblatt:

Caietanus Super anima. Caietanus Super libros de anima cum duplici textus translatione: antiqua s. et Ioannis Argiropyli: que semper primo loco ponitur. Eiusdem Questiones de sensu agente: et De sensibilibus communibus: ac De intellectu. Item De substantia orbis Joannis de Gandauo cum questionibus eiusdem: que omnia nunc primum recognita fuere: et in pristinum candorem deducta.

Der Verleger Giorgio Arrivabene ist auch bekannt als Georgius de Arrivabene. Er hat 1512 auch In primum Decretali von Felino Maria Sandeo herausgebracht.

Mein eigenes Preisgefühl in der Sache ist dadurch gestört, weil ich das Stück vor langer Zeit in die Hand bekam, und meine es gegen eine originale und etwas angerostete Brown-Bess Muskete India Pattern getauscht zu haben, die ich wiederum relativ günstig bekommen habe. Da war also nie Geld im Spiel, was die Affäre etwas abstrakt für mich macht.
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Beitragvon Hagelhans am Fr 06 Feb, 2009 22:09

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Beitragvon troupier suisse am Fr 06 Feb, 2009 22:16

Nicht ganz. So wie ich das verstanden habe, ist dies ein Sammelband mit drei Werken die zu einem gebunden sind. Meines ist indessen das mit den 132 Seiten, eben sie Super anima. Also nur der Einzelband, aber vom selben Verleger.
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Beitragvon Desmond am Fr 06 Feb, 2009 22:22

Hagelhans hat geschrieben:Is es dieses Buch?

$ 10'000.-

Heiliger Strohsack... Das muss ein Buch sein.

@troupier
Ich verstehe zwar kein Latein, habe aber trotzdem Freude an solchem Zeugs... aber ich weiss wirklich nichts über den Wert und will dich nicht über den Tisch ziehen.
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Beitragvon troupier suisse am Sa 07 Feb, 2009 07:13

Mal gelassen bleiben. 10'000 Dollar kann man auch für ein angebrochenes Päckli Hustenbonbons verlangen, aber ob es jemand kauft ist eine andere Sache. Und in den USA dürften die Preise für europäische Antiquitäten sowieso etwas höher liegen als hier in der alten Welt. Dort drüben sprudelte ja auch die Quelle der wunderlichen Hypotheken.

Mein abgegriffenes Exemplar wird im Moment Seite für Seite behutsam mit dem Staubpinsel gereinigt. Man glaubt nicht, was sich in fast 500 Jahren so am Bund ansammelt. Da ist von Staub über Haare bis zu toten Mücken alles drin.

Ein Inkunabelnsammler hat mir vor etwa zehn Jahren mal geraten, die Papierreste im Einband näher ansehen zu lassen. Die Buchbinder haben früher mit ungebrauchten oder alten Druckseiten gearbeitet um den Einband zu verstärken. Daher könnte unter dem Pergament eventuell eine zusätzliche kleine Rarität hocken (oder Seiten eines obszönen Katalogs der schon damals Ramsch war). Auf jeden Fall gäben die verwendeten Drucke einigermassen Aufschluss darüber, ob es noch der Originaleinband sein könnte, oder ob das Buch später neu eingebunden wurde (wenn etwa zurechtgeschnippelte Seiten von Mozarts Memoiren verarbeitet wurden).

Ich werde noch ein Paar Aufnahmen von den deftigsten Schadstellen online bringen (Wurmlöcher, handschriftliche Ergänzungen und der ausgeschnittene Titel auf dem Schmutzitel), damit Ihr das wirklich mal gesehen habt. Es stand einmal der Gedanke einer fachmännischen Restauration im Raum. Allerdings gibt es den Standpunkt dass heutzutage der konservierte Originalzustand einer ergänzenden Auffrischung vorzuziehen sei. Da liess ich es lieber bleiben, bevor ich viel Geld für irreversibles Lifting ausgab.

Sehr lesenswert hierzu ist übrigens dieser Beitrag von Christian Beintker, der für Zurückhaltung bei Restaurationen von Büchern votiert:

http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestan ... ker01.html

Darin wird auch davor gewarnt, alte Einbandtechniken durch unsensible Eingriffe zu zerstören.
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Beitragvon Peter am Sa 07 Feb, 2009 08:37

@troupier: am bessten gehst du zum dorotheum (glaube ich gibt es auch in der schweiz) dort kostet das schätzen nix!
gib das buch bloß nicht aus der hand!
wenn es in der schweiz nicht möglich ist es zu schätzen lass das buch bei dir, schicke mir eineige fotos davon und ich sende es an des dorotheum nach wien oder zu herman historica weiters kenne ich eine museums kuratorin sehr gut, vieleicht weiß die was darüber oder weis wo man fachkundige hilfe bekommt.
oder du fragst christian folini auch ein schweizer, kontakt zu ihm bekommst du über die company mail adresse.

mfg
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www.ritterschlag.net
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willst du's kommen sehen oder soll's dich überraschen
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Beitragvon troupier suisse am Sa 07 Feb, 2009 16:14

Danke für den Hinweis. Habe mich kundig gemacht und musste erfahren dass das Dorotheum in der Bundesrepublik, in Belgien, in Italien und in der Tschechischen Republik vertreten ist, sowie in Japan. Aber nicht in der Schweiz.
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Beitragvon Desmond am Sa 07 Feb, 2009 17:10

Ich würde mit dem Buch ins Staatsarchiv Bern gehen... ich kenne dort auch einen Miarbeiter.

Du könntest damit ja mal ins Staatsarchiv Basel gehen.
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Beitragvon troupier suisse am Mi 11 Feb, 2009 22:35

Nach dem heutigen Tag ist mein Verlangen stark abgekühlt, mich öffentlich im Forum mit historischen Drucken aus meiner Sammlung zu befassen. Ebenso will sich meine empfindsame Seele jetzt lieber wieder mit Zinnfiguren befassen. Wenn jemand von Euch Interesse an dem Buch hat, kann er sich per PM bei mir melden. Weitere Fotos gibt's per Mail und den Rest kann gegebenenfalls auf diesem Weg auch besser besprochen werden.
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