Geschichtsquiz

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Beitragvon troupier suisse am Sa 10 Mär, 2007 07:44

Ich habe lange und sorgfältig an einem Superlativ herumgegrübelt und präsentiere nunmehr meine neue Frage:

Welches Land wurde von seinem Staatschef in einen hoffnungslosen Mehrfrontenkrieg getrieben, nach dessen absehbarer Niederlage nicht bloss die Streitkräfte sondern das ganze Volk extrem dezimiert zurückblieben, so dass nur knapp 17% der Bevölkerung übrig waren? Ein Prozentsatz von dem wiederum nur noch rund 12% (positivste Schätzung - die negativste Schätzung nennt 2,7%) Männer waren. Nebenbei erwähnt stammte zwei Jahrzehnte später ein bedeutsamer Teil der Bevölkerung infolge des aktuen Mangels an einheimischen Männern von Besatzungssoldaten ab.
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Beitragvon Hagelhans am Sa 10 Mär, 2007 08:42

Paraguay wurde von seinem Diktator Francisco Lòpez vom 1.Mai 1865- 1. März 1870 in einen absolut hoffnungslosen Krieg gegen seine mehrere seiner wesentlich grösseren Nachbarn getrieben.

Von den 200 000 Tausend überlebenden des Krieges waren weniger als 30 000 Männer.
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Beitragvon troupier suisse am So 11 Mär, 2007 08:43

Hagelhans hat's geknackt, scheint nicht allzuschwer gewesen zu sein.

Lopez war ein einsamer Mann, denn er neigte dazu sein soziales Umfeld über kurz oder lang hinzurichten, wovon aber seine Geliebte Eliza Lynch ausgenommen war. Er lebte in der irrigen Vorstellung der Napoleon Südamerikas zu sein, und 1864 erklärte er dem Kaiserreich Brasilien den Krieg. Keck verlangte er zugleich von Argentinien das Recht mit seinen Truppen auf Feldzug argentinisches Gebiet zu durchmarschieren.

Zwar besass Lopez zu Beginn eine überlegene Armee, stand aber am Schluss gleich gegen drei Gegner, die Alliierten Brasilien, Argentinien und Urugay, in einem blutigen Krieg der 1870 verloren ging, der aber nicht ausschliesslich auf das Verschulden Paraguays zurückging. Ungeachtet des entsetzlichen Niedergangs seines Volkes und der nahenden Niederlage, habe Lopez den Klerus von Paraguay genötigt ihn heiligzusprechen. Als frisch gesalbter Heiliger liess er dann erstmal seine Mutter öffentlich auspeitschen.

Ein Schicksal das übrigens auch seine Schwestern betraf, seine Brüder hatte er hinrichten lassen. Kaum hatte Lopez das Todesurteil auch für seine Mutter bestätigt, wurde aber seine letzte Stellung von brasilianischen Truppen überrrannt, wobei der Heilige Diktator von Urugay den Tod fand. Angeblich soll Eliza Lynch ihren Geliebten eigenhändig bestattet haben.

Interessanter Link zum Thema:

http://www.geocities.com/ulysses_costa/introducao.html
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Beitragvon Hagelhans am So 11 Mär, 2007 09:44

Interesannt warum wohl so lange niemand gemerkt hat, dass El Presidente einen Knall in der Schüssel hate......



Neue Frage:

Wie heissen nennt man die Teile der Gotischen Rüstung die Ellenbogen und Kniehe schützen?
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Beitragvon Parabellum am So 11 Mär, 2007 11:09

Könnte das sein?:

Kacheln

Wobei dann zu unterscheiden wäre zwischen Armkacheln bzw. Ellenbogenkacheln und Kniekacheln.

Als Beispiel in einem Auktionskatalog bei den angebotenen Rüstungen kann mann den Terminus immer wieder finden.

http://www.fischerauktionen.ch/auktionen/390/text.pdf
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Beitragvon Parabellum am So 11 Mär, 2007 11:20

Zu Herrn Lopez aus Paraguay möchte ich der Bemerkung von Hagelhans zu dessen Geisteszustand zustimmen - wobei noch im 20. Jhdt ein gewisser Adolf Schickelgruber aus Braunau sich etwa auf der gleichen Stufe bewegte. Nur ist el Presidente noch selbst in der Schlacht gefallen während der letzere es vorzog, nachdem er sein Land ebenso gründlich ruiniert hatte, sich wie eine Ratte in einem Loch zu verstecken und selbst abzuknallen. Relativ hat er es wohl nicht ganz so weit gebracht wie Lopez aber in absoluten Zahlen hat er in ja bei weitem übertroffen!! Viele haben es gemerkt, noch viel mehr aber nicht und viel zu viele haben bis zum bitteren Ungergang mitgemacht.
Aber da hat Hagelhans ja genau das richtige Zitat dazu:
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Gruss Parabellum
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Beitragvon Hagelhans am So 11 Mär, 2007 14:59

Richtig! Kacheln.
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Beitragvon Parabellum am So 11 Mär, 2007 15:20

Ich nehm an, dass ich jetzt eine Frage stellen sollte. Diese Frage sollte allen – vom Mittelater bis zur Neuzeit Interessierten – etwas bieten:

Alle Länder (?ich nehm mal an alle?) haben einen Nationalfeiertag. Der Schweizer Nationalfeiertag ist bekanntlich der 1. August. Dieser Feiertag ist aber gar nicht so alt. Bis zur Abstimmung 1993 war es ein normaler Arbeitstag. Erstmals wurde der 1. August somit im Jahr 1994 als Feiertag begangen. Aber als der 1. August zum Feiertag wurde, war er überhaupt erst seit ca. 100 Jahren begangen worden. Vorher war es ein anderer Tag – und nun zu den Fragen:

a) seit wann genau ist der erste August Tag der Bundesfeier?
b) an welchem Tag wurde vordem gefeiert?
c) was war der Anlass dem ursprünglich gedacht wurde?
d) welcher sportliche Anlass wird noch heute jedes Jahr durchgeführt, um an den ursprünglichen Tag der Bundesfeier zu erinnern? und wo findet dieser Anlass alljährlich statt?

Eigentlich müssten wir Schweizer das alle wissen!

Wer weiss etwas
Gruss Parabellum
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Beitragvon Hagelhans am So 11 Mär, 2007 16:14

also zu a. Der 1. August wurde 1889 als Bundesfeier festgelegt.

b,c,d, muss ich raten. Ist es die Schlacht bei Murten die am 22.6.1476
statfand und noch immer mit dem Murtenlauf, von Murten nach Freiburg, gefeiert wird?
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Beitragvon Parabellum am So 11 Mär, 2007 16:39

a) ist ungefähr beantwortet

1891 beeinflusst vom ins gleiche Jahr fallenden stadtbern. Gründungsjubiläum kam die Idee auf gestützt auf das Dokument von 1291 das 600-jährige Bestehen der Eidgenossenschaft zu feiern. Eine jährl. Wiederholung wurde dabei nicht beabsichtigt. Zur jährl. Einführung kam es erst 1899, als der Bundesrat - nicht zuletzt auf Drängen von Auslandschweizerkolonien, die ebenfalls eine Art von "Quatorze Juillet" oder "Kaisers Geburtstag" haben wollten - die Kantone aufforderte, jeweils am Abend des 1. August die Glocken läuten zu lassen. Im Vorfeld des bernischen Gündungsjubliäums (im Mai 1191 gründete Berthold V. die Stadt Bern, welche er vermutlich zum Andenken an die ehemals von seinem Haus besessene Markgrafschaft Verona (Welschbern) so benannte).

als Hilfe zu b-d: Der Grund für die Feier liegt weiter zurück als die Schlacht bei Murten und der sporliche Anlass wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals durchgeführt.
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