Uniform Identifikation

Du nicht weisst was es ist, schreibs hier ein.

Moderator: troupier suisse

Uniform Identifikation

Beitragvon Alex am Fr 16 Feb, 2007 12:20

Hallo zusammen!

Ich habe vor kurzem eine Schweizer Uniform bekommen.
Ich wollte sie eigendlich nur als Kostüm zu Karneval anziehen,
aber als ich den Karton gesehen habe, überlege ich mir das nochmal.
Da ist ein Poststempel von 1937 drauf!
Könnt ihr mir helfen diese Uniform zu identifizieren?
Hab ich da was altes und wertvolles oder einfach nur ne alte Uniform?

Schon mal vielen Dank und Gruß


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Alex



Beitragvon Napoleon am Fr 16 Feb, 2007 19:22

Hallo Alex

Herzlich Willkommen bei uns.

Ich habe Deinen Beitrag gerade verschoben in die Idendifizierung.

Die Uniform die du da hast ist eine Artillerieuniform der Ordonnanz 1971. OberLt. Die Kiste ist jedoch älter.
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Beitragvon Parabellum am Sa 10 Mär, 2007 20:43

Wo sind all die Spezialisten geblieben? Wenn ich mir den Offizers-Waffenrock von Alex etwas anschaue, dann erzählte er eine kleine Geschichte.

Es handelt sich hier zweifelsfrei um einen Offiziers-Waffenrock. Den Vorstössen an den Aermeln und den flachen Plastic-Knöpfen nach sieht er wie ein 49-er Ord. aus. Aber das täuscht es ist ein "Umgebauter". Die Bilder von Alex sind nämlich sehr schön und aufschlussreich. Ganz deutlich sieht man die alten Aermelaufschläge durchschimmern. Und wenn man das Photo von den Kragenspiegeln genau anschaut sieht man, dass der Stoff des Brustteils eine andere Textur hat, als der Stoff des Kragens. Da die Schweizer Offiziere ihre Uniformen bis zur A95 selber kaufen mussten, waren manche gerne sparsam und rüsteten ihre alten Tenus nach. Was man öfters sieht, dass eine Ord. 26 in eine Ord. 40 umgebaut wurde - also der Stehkragen mit einem Umlegekragen ausgetauscht wurde. Die Aermelpatten mit den farbigen Aufschlägen blieben dabei erhalten. Was ich auch schon gesehen habe, dass nach 1949 die farbigen Aufschläge entfernt wurden und die Aermelpatten "nackt" geblieben sind. Diese halbumgebauten Waffenröcke wurden dann noch lange als Arbeitsjacken benützt, nicht mehr für den Ausgang. Alte Offiziere trugen diese noch bis in die 60er Jahre. Die Kämpfer wurden in den nicht kombattanten Truppen z.T. erst in den 70er Jahren eingeführt. Aber, dass eine alte Uniform komplett in eine 49er umgebaut wurde, ist mir neu. Aber da können die Experten vielleicht mehr dazu sagen.

Ein weiteres Detail sieht man auf einem der Photos sehr schön: Unter der Achselschlaufe mit den beiden Stofflitzen des Oblt sind noch die alten aufgenähten roten Stoffstücke zu sehen, auf denen nur die Bat/Abt Nummern befestigt waren. Die Rangabzeichen waren vor 49 bekanntlich als Sterne auf den Kragenspiegeln angebracht.

Ob es sich ursprünglich um eine 26-er oder 40er Uniform handelte würde ich annehmen, dass die Schachtel weiterhilft. Die scheint aus dem Jahr 1937 zu stammen. Adressiert ist sie an den Oblt Hans Hilfiker. Um Oblt zu werden musste man damals 5 bis 7 Jahre Leutnant gewesen sein. Ich nehme an, dass Oblt Hilfiker bei seiner Beförderung die Uniform dem Hersteller zugeschickt hatte, welcher sie mit den zusätzlichen Oblt Sternen ausstaffierte. Rechnet man also zurück, so war Oblt Hilfiker 1937 mindestens 25 Jahre alt (also ca. Jahrgang 1912). Brevetiert wurde er somit um 1932 herum - damit war er wohl ursprünglich mit einer Ord. 26 eingekleidet worden. Als er nach 1950 seine Uniform umschneidern liess war er 38. Bedenkt man, dass Offiziere damals bis 60 und noch bis zur Armee 95 bis zum Alter von 55 eingeteilt blieben, musste er eine neue Uniform haben. Da er anscheinend recht sparsam war, liess er sich seine alte Uniform nochmals umarbeiten. Ziemlich sicher hatte er sich schon nach 1940 mit Umlegekragen versehen lassen. Aus der Armee entlassen wurde er dann vermutlich um 1967 – wenn er nicht früher aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden ist oder ins Ausland gezogen ist.

Immerhin so viel kann man daraus ablesen. Nicht unbedingt ein Museumsstück aber dafür mit einer persönlichen Note.
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Beitragvon Napoleon am So 11 Mär, 2007 09:49

Jetzt wo du es sagts sieht man die vielen Details.
Interessant.
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